Mehrere heftige Sommergewitter sind am Sonntagabend über Teile des Landkreises Harburg hinweg gezogen und haben Schäden verursacht und für diverse Einsätze der Feuerwehren gesorgt.
Am schlimmsten betroffen war dabei Buchholz, wo Starkregen die Innenstadt teilweise unter Wasser setzte und zudem diverse Bäume umstürzten. Bedingt durch die Sommergewitter kam es besonders auf der Bahnstrecke Hamburg-Bremen zu heftigen Behinderungen, auf der Haupttrasse und auch der Umleitungstrasse, die durch den Landkreis Harburg führen, waren Birken in die Oberleitungen gestürzt und hatten den Bahnverkehr für mehrere Stunden komplett zum Erliegen gebracht.
Durch Blitzeinschläge war es zudem in Neu Wulmstorf zu einem Brandgeruch in einem Wohnhaus gekommen, und ein weiterer Blitz war die die Buchholzer Feuerwache eingeschlagen und hatte dort die gesamte Telefonanlage außer Betrieb gesetzt.
In Jesteburg spaltete der Blitz einen Baum im Reindorfer Feldweg, dieser wurde durch die Feuerwehr entfernt. Insgesamt rückten die Feuerwehren im Landkreis zu rund 25 witterungsbedingten Einsätzen aus.
Begonnen hatte die Serie um 18.02 Uhr, die Feuerwehr Jesteburg war durch die Winsener Rettungsleitstelle zu einem vermeintlichen Böschungsbrand in den Reindorfer Feldweg alarmiert worden. Bei Eintreffen der Einsatzkräfte an der vermeintlichen Brandstelle war zwar ein Feuer erkennbar, jedoch handelte es sich nicht um einen Böschungsbrand, sondern eine Birke war in die Oberleitung gestürzt und hatte dadurch Feuer gefangen.
Eine Arbeit an dem umgestürzten Baum war den Feuerwehrkräften jedoch nicht möglich, zuerst musste die Bahnstrecke geerdet und somit stromlos geschaltet werden. Die eigentlichen Erdungsfeuerwehren der Gemeinde Jesteburg waren durch nicht vorhandene Schulungen nicht einsatzbereit, also musste die Werkfeuerwehr des Maschener Rangierbahnhofes der Deutschen Bahn nachalarmiert werden. Diese erdete die Oberleitung und machte sie damit stromlos.
Mittels der nachgeforderten Drehleiter der Feuerwehr Meckelfeld wurde nun die Birke Stück für Stück vorsichtig abgetragen, um keine weiteren Schäden an dem Fahrdraht zu verursachen. Nahezu parallel war die Buchholzer Feuerwehr in die Straße „Am Langen Sal“ in Buchholz gerufen worden, auch hier war eine Birke in die Oberleitung der Hauptstrecke Hamburg-Bremen gekippt und hatte beide Fahrstrecken komplett blockiert.
Bedingt durch diese parallelen Hilfeleistungseinsätze kam der Zugverkehr zwischen Hamburg und Bremen nahezu komplett zum Erliegen oder wurde weiträumig umgeleitet. Mit Ersatzbussen wurde notdürftig versucht, einen Transfer aufrecht zu halten. Mit Hilfe der nachgeforderten Feuerwehr Sprötze, die für das Buchholzer Stadtgebiet die Aufgabe des Bahnerdens übernommen hatte, wurde die Bahnstrecke auch hier geerdet und stromlos gemacht, danach wurde über die Dreheliter der Feuerwehr Buchholz die von der gut sechs Meter über der Bahnstrecke verlaufenen Straße auf die Strecke gekippte und somit tiefer liegende Birke Stück für Stück abgesägt. Erst nach gut drei Stunden war auch dieser Einsatz abgearbeitet.
Nach und nach wurde dann über die Notfallmanager der Deutschen Bahn AG alles weitere veranlasst. Die Buchholzer Feuerwehr selbst musste zudem noch 14 weitere Unwettereinsätze abarbeiten, unter anderem in der Bendestorfer Straße und im Uhlengrund waren Keller vollgelaufen, in der Schützenstraße ein Baum umgestürzt und in der Hamburger Straße die Fahrbahn überflutet. Zudem wurden zwei Kinder aus einem stecken gebliebenen Fahrstuhl befreit und größere Mengen auslaufendes Öl aus einem Bus abgestreut.
Auch die Feuerwehr Dibbersen musste ausrücken, auf der Bundesstraße B 75 war zwischen Buchholz und Dibbersen ein Baum auf die Straße gestürzt, dieser wurde beseitigt. Einen Brandeinsatz gab es um 19.12 Uhr im Weidenring in Neu Wulmstorf, dort war ein Blitz in ein Wohngebäude eingeschlagen. Die Bewohner nahmen anschließend Brandgeruch wahr und alarmierten die Feuerwehr. Die Feuerwehren aus Neu Wulmstorf und Rübke waren schnell am Einsatzort, ein offenes Feuer war jedoch glücklicherweise nicht feststellbar.
Eine Kontrolle ergab dann auch keine Brandschäden, so dass dieser Einsatz relativ schnell beendet war. Die Feuerwehr Regesbostel rückte zudem in die Goldbeker Straße in Rahmstorf aus, hier hatte der Regen eine Straße überflutet. Wie hoch die entstandenen Schäden an Gebäuden und Fahrzeugen sind, lässt sich noch nicht beziffern.
Bericht: Matthias Köhlbrandt, KPW Harburg
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